Ein Wort zur Sache

Bedrückende Bilder erreichen uns über die Medien. Menschen aus dem “Nahen Osten” fliehen vor Terror, Krieg und Tod zu uns nach Deutschland. Viele Menschen, darunter Eltern mit ihren weinenden Kindern, marschieren durch Regen und Schlamm, an geschlossenen “Grenzzäunen” vorbei, um bei uns Schutz, Sicherheit und eine Zukunft zu finden.

Einerseits sollten wir vor den Herausforderungen der Flüchtlingssituation Respekt haben, denen sich unser Land und unsere Gesellschaft stellen müssen. Die Sorgen vieler Menschen verdienen Beachtung. Andererseits sprechen aber auch einige sogenannte “besorgte Bürger” wieder Sätze öffentlich aus, wie wir sie in ihrer Menschenverachtung so in Deutschland nicht mehr für möglich gehalten hätten. Eine wirkliche Bedrohung für den sozialen Frieden in unserem Land geht nicht von schutzsuchenden Flüchtlingen aus, sondern von latenter Ausländerfeindlichkeit, Rassismus, Volksverhetzung und Brandstiftungen an Flüchtlingsunterkünften.

Seit Monaten kommen auch viele unbegleitete minderjährige Ausländer (UmA) bzw. unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UmF) zu uns in den Norden Deutschlands. Die regionalen Jugendämter stehen vor der großen Aufgabe, diese bedarfsgerecht und nach geltenden Jugendhilfestandards zu betreuen und in die entsprechenden Gesellschafts- und Bildungssysteme zu integrieren.  Als einer der leistungsfähigsten Kooperationspartner der Jugendämter ist der Jugendhilfeträger Leinerstift hiervon direkt betroffen und gefordert.

Es ist unsere gesellschaftliche Verantwortung sowie unsere christliche und menschliche Pflicht zu helfen. Wir schaffen die erforderlichen Angebote bezüglich Lebensperspektiven, Wohngruppen sowie Schul- und Berufsbildung. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Leinerstifts haben bereits ihre Unterstützung weit über das berufliche Maß hinaus zugesagt oder eingebracht.

Wir danken allen für das starke Engagement bei der Bewältigung einer großen gesellschaftlichen Herausforderung.

    

Dietmar Kluin                                                      Ewald Cronshagen-Radtke
Vorstandsvorsitzender                                        Kaufmännischer Vorstand